Kunststoffe für die Stereolithographie (SLA): robuste, transparente und hitzebeständige Harze
Kunststoffe in der Stereolithographie
Welche Kunststoffe gibt es für die Stereolithographie?
In der Stereolithographie (SLA) härtet ein UV-Laser flüssiges Kunstharz Schicht für Schicht aus. Die Werkstoffe sind Photopolymere – Harze, die unter Licht fest werden. Sie ergeben Bauteile mit glatter Oberfläche und sehr feinen Details.
PROTIQ fertigt SLA-Bauteile in der eigenen Produktion, unter anderem aus RS Tough, RS Clear und RS High Temp. Weitere Anbieter auf dem PROTIQ Marketplace bieten zusätzliche Harze an.
Die Harze unterscheiden sich vor allem in drei Punkten: Robustheit, Transparenz und Temperaturbeständigkeit. Je nachdem, was Ihr Bauteil zeigen oder aushalten soll, passt ein anderes Harz.
SLA-Harze auf einen Blick
- Verfahren
- Stereolithographie (SLA)
- Werkstoffe
- Kunstharze (Photopolymere)
- Harze bei PROTIQ
- RS Tough, RS Clear, RS High Temp
- Standardtoleranz bei PROTIQ
- ± 0,3 %, nicht enger als ± 0,05 mm
- Oberfläche
- glatt, feine Details
- Stützstrukturen
- erforderlich, werden entfernt
- Farben
- grau, transparent, bernstein
Für einige Harze gelten größere Toleranzen. Andere Anbieter nennen ihre Werte im jeweiligen Angebot.
Harze im Überblick
Welche SLA-Harze stehen zur Wahl?
Die SLA-Harze aus der PROTIQ-Fertigung decken drei typische Anforderungen ab: robust, transparent oder temperaturbeständig.
Robust: RS Tough
Graues Harz für Form- und Funktionsprototypen, detailreiche Komponenten und Urmodelle.
Mehr dazuTransparent: RS Clear
Durchsichtige Bauteile, etwa für Sichtmodelle oder Strömungsuntersuchungen.
Mehr dazuTemperaturbeständig: RS High Temp
Nach thermischer Behandlung formstabil bis in hohe Temperaturbereiche.
Mehr dazuRS Tough
RS Tough: robustes Harz für Prototypen
RS Tough ist ein graues, vergleichsweise robustes Harz. Es eignet sich für Form- und Funktionsprototypen, detailreiche Komponenten und Urmodelle.
Mit einer Bruchdehnung von 18 % ist RS Tough deutlich weniger spröde als viele andere SLA-Harze. Die Zugfestigkeit liegt bei 41 MPa, die Härte bei 86 Shore D. Die Wärmeformbeständigkeit beträgt 62 °C bei 0,45 MPa – für Anwendungen bei Raumtemperatur ist das Harz damit gut geeignet.
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RS Clear
RS Clear: transparente Bauteile
RS Clear ergibt durchsichtige Bauteile – etwa für Sichtmodelle, Strömungsuntersuchungen oder Urmodelle.
RS Clear ist mit 65 MPa Zugfestigkeit und einem Zug-E-Modul von 2.800 MPa das festeste und steifste der drei Harze. Für eine möglichst klare Optik werden die Bauteile in der Regel nachbearbeitet, zum Beispiel geschliffen, poliert oder mit Klarlack versehen. Die Standardtoleranz liegt bei ± 0,3 %, nicht enger als ± 0,1 mm.
↑ Zur ÜbersichtRS High Temp
RS High Temp: für hohe Temperaturen
RS High Temp ist ein bernsteinfarbenes Harz, das nach einer thermischen Behandlung eine sehr hohe Wärmeformbeständigkeit erreicht.
Nach der thermischen Behandlung liegt die Wärmeformbeständigkeit bei 238 °C (0,45 MPa) bzw. 101 °C (1,82 MPa). RS High Temp eignet sich damit für Prototypen, die in warmer Umgebung getestet werden. Das Harz ist mit 3,3 % Bruchdehnung allerdings spröder als RS Tough. Die Standardtoleranz liegt bei ± 0,5 %, nicht enger als ± 0,1 mm.
↑ Zur ÜbersichtKennwerte
Welche Kennwerte haben die SLA-Harze?
Die Tabelle zeigt die wichtigsten Kennwerte der Harze aus der PROTIQ-Fertigung.
| Harz | Farbe | Zugfestigkeit (MPa) | Zug-E-Modul (MPa) | Biege-E-Modul (MPa) | Bruchdehnung (%) | Härte (Shore D) | Izod-Kerbschlagzähigkeit (J/m) | Wärmeformbeständigkeit 0,45 / 1,82 MPa (°C) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| RS Tough | grau | 41 | 1.890 | 1.850 | 18 | 86 | 44 | 62 / 54 |
| RS Clear | transparent | 65 | 2.800 | 2.200 | 6,2 | – | 25 | 73 / 58 |
| RS High Temp | bernstein | 58 | 2.750 | 2.620 | 3,3 | – | 18 | 238 / 101¹ |
Werte aus dem PROTIQ-Materialdatenblatt (Stand 08/2026), gerundet; keine zugesicherten Eigenschaften. Die Werte hängen unter anderem von Nachhärtung, Bauteilgeometrie und Baurichtung ab. ¹ Nach thermischer Behandlung. Die Wärmeformbeständigkeit ist keine Dauergebrauchstemperatur. Verbindlich ist das Datenblatt im Bestellprozess.
↑ Zur ÜbersichtAuswahl
Welches SLA-Harz passt zu meiner Anwendung?
Wählen Sie das Harz nach der wichtigsten Anforderung an Ihr Bauteil.
| Anforderung | Geeignetes Harz |
|---|---|
| Robuste Form- und Funktionsprototypen | RS Tough |
| Detailreiche Komponenten und Urmodelle | RS Tough |
| Transparenz, Sichtmodelle | RS Clear |
| Hohe Steifigkeit | RS Clear |
| Hohe Temperaturen | RS High Temp |
Weitere Anbieter auf dem PROTIQ Marketplace bieten zusätzliche Harze an, zum Beispiel Accura Xtreme oder Somos WaterShed XC 11122. Welche Harze aktuell verfügbar sind, sehen Sie nach dem Hochladen im Konfigurator – dort ist beim jeweiligen Angebot auch das Datenblatt des Anbieters verlinkt.
↑ Zur ÜbersichtGut zu wissen
Worauf sollte ich bei SLA-Harzen achten?
SLA-Harze verhalten sich anders als thermoplastische Kunststoffe aus dem Pulverbett. Diese Punkte helfen bei der Auswahl.
- StützstrukturenSLA-Bauteile brauchen Stützen. An den Kontaktstellen bleiben kleine Spuren, die nachgearbeitet werden können.
- TemperaturDie Wärmeformbeständigkeit vieler Harze liegt bei etwa 50–60 °C. Für höhere Temperaturen gibt es RS High Temp.
- TransparenzTransparente Harze werden für eine klare Optik meist geschliffen, poliert oder lackiert.
- BelastungSLA-Harze sind meist steifer und weniger schlagzäh als Polyamide. Für stark belastete Funktionsteile ist das Lasersintern oft die bessere Wahl.
Bestellen
Wie bestelle ich SLA-Bauteile?
SLA-Bauteile bestellen Sie direkt auf dem PROTIQ Marketplace – mit Live-Preis und freier Wahl des Anbieters.
- 3D-Datei hochladenLaden Sie Ihr 3D-Modell hoch. Dabei wird automatisch geprüft, ob das Bauteil in den Bauraum passt.
- Harz wählenWählen Sie das Harz und, falls gewünscht, ein Finishing.
- Angebote vergleichenVergleichen Sie Preise und Produktionszeiten und wählen Sie Ihren Anbieter selbst.
- BestellenBestellen Sie direkt online oder laden Sie ein verbindliches PDF-Angebot herunter.
FAQ
Häufige Fragen zu Kunststoffen für die Stereolithographie
Welche Kunststoffe werden in der Stereolithographie verwendet?
In der Stereolithographie werden flüssige Kunstharze verarbeitet, sogenannte Photopolymere, die unter UV-Licht aushärten. PROTIQ fertigt aus RS Tough, RS Clear und RS High Temp; weitere Anbieter auf dem PROTIQ Marketplace bieten zusätzliche Harze an.
Kann man mit SLA transparente Bauteile drucken?
Ja. Mit RS Clear entstehen durchsichtige Bauteile, etwa für Sichtmodelle oder Strömungsuntersuchungen. Für eine möglichst klare Optik werden die Teile in der Regel geschliffen, poliert oder lackiert.
Welches SLA-Harz hält hohe Temperaturen aus?
RS High Temp erreicht nach thermischer Behandlung eine Wärmeformbeständigkeit von 238 °C bei 0,45 MPa. Die Wärmeformbeständigkeit ist allerdings keine Dauergebrauchstemperatur; ob ein Bauteil den Einsatzbedingungen standhält, ist im Einzelfall zu prüfen.
Wie belastbar sind SLA-Bauteile?
Das hängt vom Harz ab. RS Tough erreicht eine Bruchdehnung von 18 % und ist für Funktionsprototypen geeignet. Insgesamt sind SLA-Harze meist steifer und weniger schlagzäh als Polyamide aus dem Lasersintern.
Wie genau sind SLA-Bauteile?
Für SLA-Bauteile, die PROTIQ fertigt, gilt ohne gesonderte Angabe eine Standardtoleranz von ± 0,3 %, nicht enger als ± 0,05 mm. Für RS Clear gilt ± 0,3 % bzw. ± 0,1 mm, für RS High Temp ± 0,5 % bzw. ± 0,1 mm.
SLA oder SLS – welcher Kunststoff passt?
SLA-Harze ergeben glatte Oberflächen, feine Details und auf Wunsch transparente Bauteile. Polyamide aus dem Lasersintern sind zäher und belastbarer und kommen ohne Stützstrukturen aus. Für Optik und Details eignet sich SLA, für belastete Funktionsteile meist SLS.
Wo finde ich die Datenblätter der SLA-Harze?
Die gültigen Datenblätter finden Sie im Bestellprozess: Nach dem Hochladen Ihrer 3D-Datei ist beim jeweiligen Angebot das Datenblatt des Anbieters verlinkt.


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