Shore-Härten richtig einordnen

Was bedeuten Shore-Härten – und wie lassen sie sich richtig einordnen?

Bei vielen elastischen und auch harten Kunststoffen findet sich in den Materialdaten die Angabe einer Shore-Härte, zum Beispiel Shore A 70 oder Shore D 60. Für viele Anwender ist jedoch nicht sofort klar, was genau sich hinter diesen Zahlen verbirgt – und was sie konkret für das Bauteil bedeuten, das sie bei PROTIQ anfragen oder bestellen.

Die Shore-Härte beschreibt die Eindruckhärte eines Materials. Gemessen wird sie mit einem genormten Prüfgerät, dem sogenannten Durometer, das mit definierter Kraft auf die Materialoberfläche gedrückt wird. Je stärker sich das Material eindrücken lässt, desto niedriger ist der gemessene Shore-Wert. Umgekehrt gilt: Je weniger sich das Material verformen lässt, desto höher fällt der Wert aus.

Wichtig dabei ist vor allem eines: Die Shore-Härte ist kein Qualitätsmerkmal. Sie dient vielmehr als Orientierungsgröße, um Materialien hinsichtlich ihres „harten oder weichen“ Eindrucks vergleichbar zu machen.

Warum es unterschiedliche Shore-Skalen gibt

Da sich sehr weiche Elastomere und harte Kunststoffe mit demselben Prüfverfahren nicht sinnvoll messen lassen, existieren unterschiedliche Shore-Skalen. Welche Skala verwendet wird, hängt davon ab, in welchem Härtebereich sich ein Material bewegt. Im industriellen Umfeld sind vor allem Shore 00, Shore A und Shore D relevant.

Das begleitende Diagramm zeigt diese Skalen nebeneinander und verdeutlicht, wie sich unterschiedliche Materialien entlang eines Spektrums von sehr weich bis sehr hart einordnen lassen.



Shore 00 – für sehr weiche, stark nachgiebige Materialien

Typisch für: sehr weiche Elastomere, schaumartige oder gelähnliche Kunststoffe

Vergleichbar mit: Gummibärchen, Silikongel, sehr weiche Dämpfungselemente

Einsatz: Dämpfung, Schutz, Komfort- oder Griffbereiche

Ein grober Richtwert zur Einordnung:

  •  •  Shore 00 ~10 → extrem weich, kaum Formstabilität
  •  •  Shore 00 ~30 → stark elastisch und gut eindrückbar
  •  •  Shore 00 ~50 → weich, aber mit spürbarem Widerstand


Die Shore‑00‑Skala wird immer dann verwendet, wenn ein Material so weich ist, dass sich Unterschiede mit Shore A nicht mehr sinnvoll darstellen lassen.


Shore A – für elastische Gummimaterialien

Typisch für: Gummis, TPU, flexible Kunststoffe

Vergleichbar mit: Dichtungen, Gummibänder, Reifenmischungen

Einsatz: Dichtungen, flexible Elemente, Griffe, Bälge

Ein grober Richtwert zur Einordnung:

  •  •  Shore A ~40 → sehr weich, stark flexibel
  •  •  Shore A ~70 → klassischer „Gummi-Härtegrad“
  •  •  Shore A ~90 → sehr steif, kaum noch eindrückbar


Shore A ist die am häufigsten verwendete Skala für elastische Materialien und deckt einen großen Bereich zwischen weich und fest ab.


Shore D – für harte Kunststoffe

Typisch für: harte, weitgehend starre Kunststoffe

Vergleichbar mit: technische Gehäuse, robuste Design‑ oder Funktionsteile

Einsatz: Strukturbauteile, mechanisch beanspruchte Komponenten

Ein grober Richtwert zur Einordnung:

  •  •  Shore D ~30 → noch leicht nachgiebig
  •  •  Shore D ~60 → deutlich hart und formstabil
  •  •  Shore D ~80 → sehr hart, kaum Elastizität


Shore D kommt dort zum Einsatz, wo elastisches Verhalten kaum noch eine Rolle spielt und stattdessen Steifigkeit und Formstabilität im Vordergrund stehen.


Was die Shore-Härte aussagt – und was nicht

Die Shore-Härte eignet sich sehr gut, um Materialien gefühlt und funktional einzuordnen. Sie sagt jedoch nichts über viele andere wichtige Eigenschaften aus. Faktoren wie Zugfestigkeit, Bruchdehnung, Rückstellverhalten, Abriebfestigkeit, Temperaturbeständigkeit oder das Verhalten unter Dauerbelastung lassen sich aus der Shore-Härte allein nicht ableiten.

Gerade im 3D-Druck ist dieser Punkt wichtig, da Bauteilgeometrie, Prozessparameter und Materialaufbau einen erheblichen Einfluss auf das tatsächliche Bauteilverhalten haben können.

Warum wir Shore-Härten bei PROTIQ angeben

Bei PROTIQ geben wir für einige Materialien Shore-Härten an, um eine erste, realistische Orientierung zu ermöglichen. Sie helfen dabei, Materialien miteinander zu vergleichen und Erwartungen an Flexibilität oder Steifigkeit besser einzuordnen. Gleichzeitig ersetzen sie keine anwendungsbezogene Betrachtung.

Unser Tipp: Nutzen Sie die Shore-Härte als Einstieg in die Materialauswahl. Für funktionale oder anspruchsvolle Anwendungen lohnt es sich, das gesamte Eigenschaftsprofil zu betrachten oder sich individuell beraten zu lassen.




Hinweis: Auf dieser Seite werden KI-generierte Bilder genutzt.

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