Wärmetauscher aus dem 3D-Druck

Im 3D-Druck entstehen Wärmetauscher und Kühlkörper mit innenliegenden Kanälen, Gyroid- und Gitterstrukturen, die sich mit Fräsen, Löten oder Biegen kaum oder gar nicht fertigen lassen. Die Folge: mehr Oberfläche für den Wärmeübergang auf weniger Bauraum. Gefertigt werden sie im selektiven Laserschmelzen (SLM) – vor allem aus Kupfer oder Aluminium.

Weil keine Werkzeuge nötig sind, lohnt sich der 3D-Druck schon für Prototypen, Funktionsmuster, Einzelstücke und Kleinserien. Auf dem PROTIQ Marketplace laden Sie Ihre 3D-Daten hoch, wählen den Werkstoff und vergleichen die Angebote – PROTIQ ist selbst einer der Hersteller.

  • 415 ± 10 W/(m·K)Wärmeleitfähigkeit von Reinkupfer
  • 103 ± 5 W/(m·K)Wärmeleitfähigkeit von AlSi10Mg
  • 2,67 g/cm³Dichte von AlSi10Mg – Reinkupfer: 8,9 g/cm³
  • seit 2013verarbeitet PROTIQ Kupfer im 3D-Druck

Grundlagen

Was sind Wärmetauscher – und warum 3D-drucken?

Wärmetauscher übertragen thermische Energie zwischen zwei Medien, um Systeme gezielt zu kühlen oder zu erwärmen. Konventionell werden sie gefräst, geschweißt, gelötet oder gebogen – bei komplexen Innenstrukturen, die für eine gute Wärmeübertragung entscheidend sind, stoßen diese Verfahren schnell an Grenzen.

Der 3D-Druck baut das Bauteil Schicht für Schicht auf. So lassen sich Kanäle, Oberflächen und Wandstärken nach der Funktion auslegen statt nach den Grenzen des Werkzeugs – auch mit numerisch optimierten Geometrien.

Konventionelle Fertigung 3D-Druck
Herstellung Fräsen, Schweißen, Löten oder Biegen, oft aus mehreren Einzelteilen Selektives Laserschmelzen direkt aus CAD-Daten, oft in einem Stück
Innenstrukturen Gerade Bohrungen und einfache Kanäle Freiform-Kanäle, Gyroid- und Gitterstrukturen
Fügestellen Löt- oder Schweißverbindungen zwischen den Einzelteilen Weniger oder keine Fügestellen
Werkzeuge Teils nötig, Varianten aufwendig Keine – jede Variante entsteht direkt aus den Daten
Wirtschaftlich ab eher größeren Stückzahlen Einzelstück, Prototyp und Kleinserie
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Strukturen

Welche Strukturen machen 3D-gedruckte Wärmetauscher effizient?

Entscheidend ist eine große Oberfläche bei guter Strömungsführung. Der 3D-Druck ermöglicht dafür Gyroid- und Gitterstrukturen, frei geformte Kanäle sowie Rippen und Kühlstifte in Geometrien, die konventionell nicht herstellbar sind.

  • Gyroidstrukturen: Die mathematisch definierte Fläche teilt den Raum in zwei ineinander verschlungene, voneinander getrennte Kanalsysteme – ideal, um zwei Medien auf engem Raum aneinander vorbeizuführen.
  • Gitterstrukturen: Feine, offene Gitter vergrößern die Oberfläche bei geringem Materialeinsatz und Gewicht.
  • Freiform-Kanäle: Kühlkanäle folgen der Kontur der Wärmequelle und lassen sich auf eine gleichmäßige Wärmeübertragung und einen geringen Druckverlust auslegen.
  • Rippen und Kühlstifte: Dreidimensional gekrümmte Rippen oder dicht gesetzte Kühlstifte verbessern den Wärmeübergang an Luft oder Flüssigkeit.
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Werkstoffe

Kupfer oder Aluminium – welcher Werkstoff passt zu Ihrem Wärmetauscher?

Kupfer leitet Wärme rund viermal so gut wie die Aluminiumlegierung AlSi10Mg (415 gegenüber 103 W/(m·K) laut Datenblatt) und ist die erste Wahl, wenn die Wärmeübertragung im Vordergrund steht. Aluminium wiegt bei 2,67 g/cm³ nur rund ein Drittel so viel wie Kupfer und ist ideal, wenn Gewicht zählt.

Werkstoff Wärmeleitfähigkeit* Dichte* Zugfestigkeit* Geeignet für
Reinkupfer 415 ± 10 W/(m·K) 8,9 g/cm³ 220 ± 10 MPa (wie gebaut) Maximale Wärmeübertragung auf kleinem Raum, etwa für Cold Plates und Kühlkörper
Aluminium (AlSi10Mg) 103 ± 5 W/(m·K) 2,67 g/cm³ 410 ± 20 MPa (wie gebaut) Leichte Wärmetauscher und Kühlkörper, wenn Gewicht eine Rolle spielt

* Werte laut PROTIQ-Materialdatenblatt, lasergeschmolzen.

Neben Wärmeleitung und Gewicht spielen auch das Medium, die Korrosionsbedingungen und die mechanische Belastung eine Rolle. Den Werkstoff wählen Sie im Konfigurator – oder Sie fragen uns direkt an.

Kupfer im 3D-Druck Aluminium im 3D-Druck

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Anwendungen

Wo werden 3D-gedruckte Wärmetauscher eingesetzt?

Überall dort, wo hohe Wärmelasten auf wenig Bauraum abgeführt werden müssen und Standardlösungen nicht passen: in der Leistungselektronik und in Rechenzentren, in Industrie und Maschinenbau, bei elektrischen Antrieben und Batteriesystemen sowie in der Medizintechnik.

Leistungselektronik und Rechenzentren

Stromversorgungen, Frequenzumrichter und Server brauchen Kühllösungen, die genau auf Bauform und Wärmequelle abgestimmt sind – etwa Cold Plates für die Flüssigkeitskühlung. Mehr zu Rechenzentren

Industrie und Maschinenbau

Hochleistungsmaschinen, Lasersysteme oder Umrichter benötigen zuverlässige, kompakte Kühllösungen, die exakt an die Prozessanforderungen angepasst sind.

Elektrische Antriebe und Batteriesysteme

Batterien, Leistungselektronik und Elektromotoren müssen effizient gekühlt werden – mit Kühlkörpern, in die die Flusskanäle direkt integriert sind.

Medizintechnik

Für bildgebende Verfahren, Lasergeräte oder tragbare Diagnosesysteme entstehen kleine, leistungsfähige Kühleinheiten – wirtschaftlich auch in kleinen Stückzahlen.

Auch Induktoren für die induktive Erwärmung sind wassergekühlt: Im 3D-Druck entstehen sie aus Kupfer mit integrierten Kühlkanälen. Mehr zu Kupferinduktoren
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Vorteile

Was sind die Vorteile von 3D-gedruckten Wärmetauschern?

Mehr Wärmeübertragung auf weniger Bauraum, weniger Gewicht, weniger Fügestellen und kurze Entwicklungszeiten – von der Idee bis zum funktionsfähigen Prototyp oder Serienteil.

  • Höhere thermische Effizienz: Optimierte Geometrien wie komplexe Kanalsysteme verbessern die Wärmeübertragung.
  • Große Designfreiheit: Organische Formen, Gitterstrukturen und innenliegende Kühlkanäle, die konventionell kaum oder gar nicht herstellbar sind.
  • Kompakte Bauweise: Weniger Gewicht und Volumen ohne Einbußen bei der Leistung – ideal für enge Einbauräume.
  • Schnellere Entwicklung: Kurze Durchlaufzeiten und Varianten ohne zusätzliche Werkzeugkosten.

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Support für Wärmetauscher

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FAQ

Häufige Fragen zu Wärmetauschern aus dem 3D-Druck

Was sind Wärmetauscher?

Wärmetauscher sind Bauteile, die thermische Energie zwischen zwei Medien übertragen. Sie werden eingesetzt, um Systeme gezielt zu kühlen oder zu erwärmen, und spielen eine zentrale Rolle in Industrie, Klima- und Energietechnik.

Welche Vorteile bietet der 3D-Druck für Wärmetauscher?

Der 3D-Druck ermöglicht komplexe interne Kanalstrukturen, Gyroid- und Gitterstrukturen und kompakte Bauformen, die mit konventionellen Verfahren kaum realisierbar sind. Dadurch lassen sich Wärmeübertragung, Leistungsdichte und Bauraumausnutzung verbessern – ohne Werkzeuge und schon ab Stückzahl eins.

Welche Materialien werden für 3D-gedruckte Wärmetauscher verwendet?

Vor allem Kupfer und Aluminium. Reinkupfer erreicht laut PROTIQ-Datenblatt eine Wärmeleitfähigkeit von 415 ± 10 W/(m·K), die Aluminiumlegierung AlSi10Mg 103 ± 5 W/(m·K) bei deutlich geringerer Dichte (2,67 gegenüber 8,9 g/cm³).

Wann ist Kupfer besser, wann Aluminium?

Kupfer ist die erste Wahl, wenn möglichst viel Wärme auf kleinem Raum übertragen werden soll. Aluminium bietet sich an, wenn das Gewicht wichtig ist und die Wärmeleitung von AlSi10Mg ausreicht. Auch Medium, Korrosionsbedingungen und mechanische Belastung beeinflussen die Wahl.

Was ist eine Gyroidstruktur?

Eine Gyroidstruktur ist eine mathematisch definierte, periodische Fläche, die den Raum in zwei ineinander verschlungene, voneinander getrennte Kanalsysteme teilt. In Wärmetauschern lassen sich so zwei Medien auf engem Raum mit großer Kontaktfläche aneinander vorbeiführen.

Mit welchem Verfahren werden metallische Wärmetauscher 3D-gedruckt?

Metallische Wärmetauscher entstehen im selektiven Laserschmelzen (SLM): Ein Laser schmilzt Metallpulver Schicht für Schicht gezielt auf, sodass das Bauteil direkt aus den CAD-Daten entsteht.

Für welche Anwendungen eignen sich additiv gefertigte Wärmetauscher?

Überall dort, wo hohe thermische Anforderungen bestehen und individuelle Geometrien gefragt sind, zum Beispiel in der Leistungselektronik, in Rechenzentren, im Maschinenbau, bei elektrischen Antrieben und in der Medizintechnik.

Wie bekomme ich einen 3D-gedruckten Wärmetauscher?

Laden Sie Ihre 3D-Daten im Konfigurator hoch, wählen Sie den Werkstoff und vergleichen Sie die Angebote. Bei Fragen zur Konstruktion oder Optimierung schreiben Sie unserem Experten eine E-Mail.

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